Konflikt­management

Wirtschaftsinteressen versus Wirtschaftsinteressen

 

Am Frankfurter Flughafen war die Planung für eine neue Landebahn in vollem  Gange, als klar wurde, dass diese neue Bahn unmittelbar an das Chemiewerk Ticona grenzen würde. Für den international tätigen Kunststoffhersteller ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko. Um ein Nebeneinander von Landebahn und Chemiewerk zu verhindern, wurde ein Team aus Sachverständigen der Fach- und Raumplanung, Ingenieuren sowie Juristen zusammengestellt. Den Part der Kommunikationsberatung und des Lobbyings übernahm BCC.

Die Interessenlage war vielschichtig: Die hessische Landesregierung  wollte die Infrastruktur und der Flughafenbetreiber seinen Betrieb ausbauen. Die Geschäftsführung von Ticona war um seine Mitarbeiter und eine reibungslose Produktion besorgt. Die halbe Region war zudem in Aufruhr, weil Anwohner mehr Lärm und Belastungen durch den Ausbau befürchteten.

Für die Ticona galt es, eine starke Position aufzubauen und diese in alle relevanten Richtungen zu vertreten. Die klare Haltung: „Sicherheit ist nicht abwägbar“ mündete schließlich in der Einbindung der Störfallkommission für Anlagensicherheit, um zu prüfen, ob die Seveso II-Richtline verletzt wird.

2006 einigten sich Flughafenbetreiber und Ticona. Fraport finanzierte die Verlagerung der Ticona in den Industriepark Höchst, wo man 2011 den Betrieb aufnahm.