Lego-Männchen verzweifelt über Kununu-Bewertung

Schlechte Kununu Bewertung – Was tun?

Vier Tipps im Umgang mit Arbeitgeberbewertungen

Wer glaubt, dass ein Abteilungsleiter eine Abteilung leitet, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

So oder so ähnlich kann eine Arbeitgeberbewertung auf der Onlineplattform Kununu klingen. Ein echter Albtraum für Unternehmen. Mit über 2,5 Millionen Bewertungen zu mehr als 650.000 Firmen gilt Kununu als größte Bewertungsplattform für Arbeitgeber in Europa. Hier können bestehende sowie ehemalige Mitarbeiter, aber auch Bewerber über ihre Erfahrungen mit Unternehmen berichten und Noten vergeben. Im Schutz der Anonymität trauen sich die Nutzer ihren ehemaligen oder aktuellen Arbeitgebern einmal die Meinung zu sagen, freiheraus und unverblümt. Arbeitsatmosphäre, Vorgesetztenverhalten, Kollegenzusammenhalt sowie zehn weitere Kriterien werden auf einer Skala von eins (schlecht) bis fünf (sehr gut) bewertet. Wer anschließend noch Bedarf sieht, direkt aus dem Nähkästchen zu plaudern, kann das in den dafür vorgesehenen Freitextfeldern tun – der Ort, an dem es für Arbeitgeber häufig richtig schmerzhaft wird.

Für Unternehmen gilt dennoch die Devise: Keine Panik! Bewertungsplattformen wie Kununu, Glassdoor, Jobvote und Co. sind noch lange kein Grund den Arbeitgeberkopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil. Richtig genutzt, können Unternehmen damit sogar ihre Arbeitgebermarke langfristig stärken – wir erklären wie.

1. Bewertungen im Blick behalten

Einmal eine Bewertung erhalten, ist es meist nur eine Frage der Zeit, bis sich weitere dazugesellen. Unternehmen sollten deshalb die gängigsten Bewertungsplattformen im Blick behalten und regelmäßig kontrollieren. Ist es zu einer Bewertung gekommen? Dann heißt es erst einmal an die eigene Nase fassen: Ist die geäußerte Kritik möglicherweise berechtigt? Kommen ähnliche Kritikpunkte wie in anderen Kununu Bewertungen oder Feedbackrunden mit Mitarbeitern zur Sprache? Gibt es an manchen Stellen vielleicht doch Optimierungsbedarf? In vielen Bewertungen werden sogar konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht. Eine aufgeschlossene Haltung gegenüber Kritikpunkten kann sich also lohnen, zu neuen Ideen und Verbesserungen anregen. Oft sind es bereits kleine Maßnahmen, die dabei helfen, die Unternehmenskommunikation offener oder das Bewerbungsverfahren effizienter zu gestalten. Wer Kritik nicht von vorne herein ablehnt, sondern bereit ist, den Ursachen unzufriedener Mitarbeiter und Bewerber auf den Grund zu gehen, kann an den betroffenen Stellschrauben drehen.

2. Stellung beziehen statt stillschweigen

Bewertungen sind schön, solange sie gut sind. Dann wird sich meist auch kräftig dafür bedankt. Denn Bewertungen sind auf Kununu und Co keine Einbahnstraße. Die meisten dieser Plattformen verfügen über eine Kommentarfunktion, mit der das Unternehmen zu jeder Bewertung Stellung beziehen kann. Bei positivem Feedback wird das auch gut und gerne in Anspruch genommen. Doch sobald Kritik geäußert wird, neigen die meisten Unternehmen dazu zu schweigen. Ein Fehler. Denn der Umgang mit Kritik sagt viel über die Unternehmenskultur und das Verhältnis zu den Mitarbeitern aus. Öffentlich geäußerter Tadel am Unternehmen sollte daher nicht im Nichts verlaufen. Doch Vorsicht: Auch eine von Emotionen und verletzter Eitelkeit getriebene Rechtfertigungsschrift ist keine gewinnbringende Reaktion. Im Gegenteil, sie bestätigt mögliche Kritikpunkte des Bewertenden und motiviert im schlimmsten Fall sogar weitere (Ex-)Mitarbeiter dazu, ebenfalls vom Leder zu ziehen.

Stattdessen gilt es, bei kritischen Kommentaren erst einmal Ruhe zu bewahren. Denn eines sei vorab schon einmal gesagt: Kununu Bewertungen löschen zu lassen, ist grundsätzlich schwierig, solange bei der Bewertungsabgabe die acht Kununu-Regeln berücksichtigt wurden. Stattdessen sollten Arbeitgeber lieber Zeit und Aufwand in die Formulierung einer wohl überlegten Antwort investieren. Das Gute daran: Ihre Reaktion wird belohnt. Arbeitgeber, die Stellung zu ihren Kununu Bewertungen beziehen, werden auf der Plattform automatisch mit dem Gütesiegel „Open Company“ ausgezeichnet. Das Siegel ist sowohl auf der Kununu- als auch auf der Xing-Seite des Unternehmens sichtbar und steht in der Community für eine offene Unternehmenskultur und einen proaktiven Umgang mit Kununu – ein Jackpot für Arbeitgeber.

Damit die Stellungnahme aber auch inhaltlich punktet, gilt es folgende vier Regeln zu beachten:
  • Feedback annehmen: Bereits zwei kleine Worte zu Beginn einer jeden Arbeitgeberantwort wirken wie Balsam auf der gereizten Seele: Ein einfaches „Danke“ signalisiert dem Bewertenden, dass das Unternehmen Kritik gegenüber offen steht und diese auch dankend annimmt.
  • Sachlich mit Inhalten auseinandersetzen: Das Eingehen auf einzelne Kritikpunkte der Bewertung zeigt, dass das Feedback ernst genommen und keine Zeit gescheut wird, auch einmal längere Texte bis zum Schluss durchzulesen. Nun gilt es mit passenden Gegenbeispielen die Argumente des Kritikers zu entkräften oder sachlich auf die geäußerten Punkte einzugehen.
  • Lösungsvorschläge aufzeigen: Gibt es Punkte, bei denen der Bewertende möglicherweise Recht hat? Größe beweist, wer solche Schwächen offen zugeben kann. Das in Aussicht stellen von Lösungsansätzen zeigt Bereitschaft zum Verändern und signalisiert dem Bewertenden sowie der restlichen Community: „Die Kritik kam an, wir kümmern uns darum.“
  • Persönliche Gespräche anbieten: Scheinen die Fronten gänzlich verhärtet, hilft oft ein persönliches Gespräch. Eine Einladung zum offenen Dialog macht deutlich, dass echtes Interesse von Seiten des Arbeitgebers besteht, sich mit den genannten Kritikpunkten auseinanderzusetzen und weitere Hintergründe zu erfahren. Ganz egal ob der Kritiker sich auf diese Einladung meldet oder nicht – mit diesem entgegenkommenden Gesprächsangebot punkten Sie.

3. Mehr Bewertungen – mehr Authentizität

Insbesondere ehemalige Mitarbeiter neigen dazu, ihren Ärger über den Ex-Arbeitgeber auf Online-Plattformen kundzutun. Umso wichtiger ist es, dass auch die nicht mitteilungsbedürftigen Mitarbeiter – tendenziell auch die, die zufrieden sind – zu Wort kommen. Aus diesem Grund gehen viele Arbeitgeber proaktiv mit Bewertungsplattformen wie Kununu und Co. um und bitten die Mitarbeiter um ihre Bewertungen. Der Gedanke dahinter ist einfach: Je mehr Kununu Bewertungen, desto breiter ist die Streuung der Meinungen und desto eher stellt die Gesamtbewertung des Unternehmens ein authentisches Bild dar.

Auch Bewerber können Teil dieses Prozesses werden. Der Arbeitgeber, der im Anschluss an das Bewerbungsgespräch dazu einlädt, die gemachten Erfahrungen über Kununu zu teilen, hinterlässt nicht nur einen ersten positiven Eindruck, sondern kann aus den Bewertungen auch wichtige Erkenntnisse für die Candidate Journey im Unternehmen ziehen. Was hat Bewerbern am Prozess gut gefallen? An welchen Stellen im Verfahren besteht Optimierungsbedarf?

Ein weiterer Vorteil: Auf diese Weise wird auch der Bewerbungsprozess transparenter und Unternehmen profitieren von gut vorbereiteten Jobkandidaten.

4. Erweitertes Unternehmensprofil

Wer ganz sicher gehen möchte, dass sein Unternehmen im richtigen Arbeitgeberlicht erscheint, kann sich auf der Plattform Kununu auch für ein Employer Branding Profil Professional entscheiden. Dabei handelt es sich um einen kostenpflichtigen Zugang, über den sich Unternehmen in Eigenregie als Arbeitgeber präsentieren können. Ob Leitbild, Teamfotos, Benefits oder Auslandsstandorte – Bewerber können sich hierüber ein umfassendes Bild davon machen, ob das Unternehmen für sie als Arbeitgeber interessant ist. Wer möchte, kann die Plattform auch als Recruiting-Tool einsetzen und die XING-Stellenanzeigen auf der Unternehmensseite einbinden. In Form eines Newsfeeds können Arbeitgeber zielgruppenspezifische Informationen für potentielle Bewerber veröffentlichen und so auf sich aufmerksam machen.

Letztlich schützt jedoch auch ein kostenpflichtiger Account bei Bewertungsplattformen wie Kununu nicht vor unzufriedenen Mitarbeitern und deren öffentlich geäußerter Kritik. Sollte Letzteres irgendwann Überhand nehmen, ist es dann vielleicht doch einmal an der Zeit, über Ihre Employer Brand nachzudenken. Wir helfen Ihnen dabei, Ihr Arbeitgeberprofil zu schärfen und Ihr Unternehmen mit den richtigen Maßnahmen bei Ihrer Zielgruppe bekannt zu machen.

Marleen Joos
Sie träumt von einem Dackel als Haustier und kreiert am liebsten ihre eigenen Eissorten. Bei BCC nennt sie die Fachmedienwelt rund um den Einzelhandel ihr Zuhause und wechselt je nach Bedarf zwischen Arbeitnehmerbrille und Arbeitgeberbrille, wenn es um Employer Branding geht.
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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

Kristin Fuchs
26. März 2019 10:37

Danke für diesen Beitrag!

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