Frankfurter Ansichten

Städte sind die Labore der Zukunft. Was in den Metropolen der Welt vermengt und destilliert wird, miteinander verschmilzt und reagiert, bestimmt maßgeblich auch die Entwicklungsprozesse um sie herum. Gemessen an seiner Gesamtgeschichte lebt der Mensch erst seit einem Wimpernschlag sesshaft. Dennoch ist das meiste, was ihn heute ausmacht Produkt seiner Städte als Kristallisationspunkte von Kultur und Entwicklung

Sie sind die Epizentren von Handel, Verkehr und Macht und gleichsam Seismographen für künftiges Zusammenleben, Fortbewegen, Vernetzen oder Bauen. Ihre bloßen Namen stehen für Menschheitsepochen und ihre Erzählungen: Babylon, Athen, Rom, New York, Hiroshima.

Deshalb lohnt es sich, den Organismus Stadt nicht nur auf seine äußeren Merkmale von Lifestyle, Hochkultur und Infrastruktur hin zu beschauen, sondern tiefer in den Körper seiner Kulturtechniken hineinzugreifen.

Alle Jahre wieder

Der Kegel ist so perfekt, dass der eine oder andere Mathematiklehrer mit Hang zur Formenkunde bei seinem Anblick feuchte Augen bekommen mag. Neben der konischen Idealform ist der sogenannte Weihnachtsbaum auf der Reforma Avenue in…

Der Ruf der Wildnis

Das zentimeterbreite Rinnsal biegt nach rechts ab, dann am Ende der Fuge nach links und treibt eine Mini-Bugwelle von Staub vor sich her. Als der Zustrom anschwillt, überwindet es die Oberkante des Basaltsteins und ergießt…

Der große Knall

Als es das erste Mal knallte, habe man vom indonesischen Yoyakarta eine Abteilung Truppen ausgesandt, weil man einen Angriff auf einen benachbarten Posten vermutete. Bei weiteren Donnerschlägen habe man Boote entlang der Küste geschickt, um…

Summer in the City

Erwacht mit klebrigem Haar aus dem traumlosen Schlaf, in den man erst weit nach Mitternacht hineingefunden hatte und der, um ihn überhaupt fortsetzen zu können, in seiner Mitte von einer kalten Dusche unterbrochen werden musste.…

Wachsen wohin?

Frankfurt wächst wie alle deutschen Metropolen unaufhaltsam. Bis zum Jahr 2030 werden voraussichtlich 80.000 Menschen in die Stadt übersiedeln. Um bezahlbaren Wohnraum für die neuen Bewohner zu schaffen, muss die Stadt mit der steigenden Bevölkerungszahl mitwachsen. Nur wohin?

Offenes Bein

Als der Dichter Dante Alighieri in seiner Göttlichen Komödie durch das Höllentor in die Vorhölle trat, erkannte er diese als Ort für die lauen Seelen, die weder gut noch böse waren,  rastlos in Scharen umherliefen…
Menü